MS und die Progression

Progression der Sekundär Progriente Multiple Sklerose

Kommen wir nun zu einem unangenehmen Thema, das auch mich betrifft.

Wer die vorherigen Posts gelesen hat, wird bemerkt haben, dass ich ein positiver Mensch bin und auch mit meinen Einschränkungen gut leben kann. Manchmal schreitet die MS jedoch schneller voran, als einem lieb ist.

Was bedeutet das?

Meist beginnt MS schubartig, das heißt, es treten plötzlich Beschwerden auf, die sich auch wieder zurückbilden können. Oft empfehlen Ärzte in solchen Fällen eine Cortison-Stoßtherapie. Häufig starten sie mit 1.000 mg Infusionen über 5 Tage, manchmal auch nur über 3 Tage. Dabei sollte man bedenken, dass viele Tabletten nur 20 mg enthalten – wer also bei einem Allergieschub 3 bis 4 Tabletten nimmt, kann nachvollziehen, dass 1.000 mg eine sehr hohe Dosis sind. Kein Wunder, dass der Körper während der Therapie manchmal verrückt spielt – schließlich entspricht das etwa 50 Tabletten als Infusion, daher erfolgt die Gabe Intravenös. Auch gibt es hier Spritzen mit Depot Wirkung direkt in den Muskel.

Nach einigen Jahren geht der schubförmige Verlauf (RRMS) oft nach 10–20 Jahren in einen dauerhaft fortschreitenden Verlauf über, die SPMS. Dabei verschlimmern sich die Symptome langsam, auch ohne dass Schübe auftreten. Die Beschwerden bilden sich in der Regel nicht mehr zurück. Dadurch wird der Alltag anstrengender, zum Beispiel lassen Gehen, Denken, Koordination oder Energie nach. Allerdings können der SPMS auch weiterhin Schübe vorkommen. Selbst wenn die Schübe nicht klar abzugrenzen sind, bleibt die MS dennoch aktiv.

StadiumMerkmaleBeispiele
Frühphaseleichte Verschlechterunglängere Erholungszeit nach Belastung, Gangunsicherheit
ÜbergangsphaseSymptome bleiben bestehenKribbeln, Schwäche, Konzentrationsprobleme
Fortschreitendzunehmende EinschränkungenHilfsmittel nötig, Fatigue
Spätphasestarke BehinderungRollstuhl, Pflegebedarf, kognitive Einbußen
Typische Anzeichen der SPMS-Progression

Ich selber bin mittlerweile im Progressiven verlauf, also SPMS.
Zum einen wurde es mehrfach durch Ärzte und Krankenhäuser bestätigt und zum anderen merke ich es folgendermaßen:
Einer meiner ersten Einträge in diesem Bereich des Blogs beschrieb ich das ich Bedachter und langsamer an meine Arbeit gehe (hier nachzulesen), heut zu Tage brauche ich jemanden der mir den Rasen mäht oder die restliche Gartenarbeit macht.
Beispiele:
Ein Freund hat mir im Januar 2026 einen Baum für ein Terrassendach gefällt. Normalerweise hätte ich mich mit dem Rollstuhl an den Häcksler gesetzt und die zwei Meter hohe Tanne gehäckselt. Allerdings kann ich nur 10 bis 30 Minuten häckseln und muss dann mindestens 60 Minuten Pause machen. Das ist nicht effektiv, daher lasse ich das von einem Gärtner erledigen. Ein weiteres Beispiel ist eine Trauerweide, die ich früher jedes Jahr selbst stutzte. Seit zwei Jahren übernehmen das entweder Freunde oder ein Gärtner.

Wer rastet der rostet

Ja, dennoch halte ich an diesem Satz fest. Auch wenn Energie und Konzentration schnell erschöpft sind. Ich hatte zwar vor, den Ausbildungsbereich schneller zu schreiben, aber auch das erfordert viel Energie. Deshalb schreibe ich etwas langsamer, und meine Gedanken zur MS sind in der Priorität etwas nach oben gerutscht. Es geht auch um Selbstreflexion, die Beschreibung der Krankheit Multiple Sklerose und vielleicht darum, anderen Betroffenen zu helfen – ungeschönt, aber mit Lebensmut und einer Prise Humor.
Da ich (noch vor 2 Jahren) in Gartenarbeit mein Ruhepol hatte, suche ich heute nach anderen „neuen“ Hobbys.

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